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9. Dezember 2008 |
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Kamelien - Der Blütenzauber im Winter
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Keine andere Blume blüht so schön und üppig im Winter. Man kann mit Kamelien diese blütenarmen langen Monate im Garten, auf der Terrasse oder kühlem Wintergarten sehr gut überbrücken. Sie gehören zu der Familie der Teegewächse.
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Kamelien stammen ursprünglich aus Ostasien und wachsen dort in bewaldeten Höhenlagen von Küstenregionen. Besonders die hohe Luftfeuchtigkeit lässt sie dort ideal gedeihen. Bereits seit vielen Jahrhunderten werden in China, Japan, Korea und Vietnam Kamelien als Nutzpflanzen für Tee und Öle wie auch als Zierpflanzen kultiviert.
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Seefahrer brachten die ersten Kamelien nach Europa, und das 19. Jahrhundert erlebte den ersten Kamelienboom. Damals war die Kamelie eine reine Gewächshauspflanze, Renommierobjekt an allen Adelshöfen bis hin nach St. Petersburg und wichtiges Requisit jeder Ballsaison. Kamelien schmückten beim Dinner die Tafel und die Damen am Dekolleté. Sie waren der Dernier Cri für die oberen Zehntausend.
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Sie inspirierte Schriftsteller, Komponisten und Maler. Weltberühmt wurde die Kamelie durch Alexandre Dumas‘ Roman 'Die Kameliendame' von 1848. Bereits 1853 vertonte Giuseppe Verdi die Geschichte der Kurtisane, zu deren Markenzeichen Kamelienblüten gehörten, in seiner Oper 'La Traviata'. Sie wurde später, besonders mit Maria Callas, zu einem der beliebtesten Werke im Musiktheater. Alexandre Dumas d. J. feierte mit diesem Werk seinen literarischen Durchbruch und verarbeitete damit gleichzeitig seine eigene Trauer über den Ausgang der Geschichte, denn Marguerite, die zarte, schöne Frau, die er im Roman an Tuberkulose sterben lässt, hat ein reales Vorbild: Marie Duplessis, die stadtbekannte Pariser Kurtisane, die eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zu Dumas unterhielt und an Schwindsucht starb.
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Mit dem Niedergang des Adels und dem Verfall der Gewächshäuser erlahmte auch das Interesse an Kamelien. Als man Mitte des vergangenen Jahrhunderts entdecke, dass die verwahrlosten Kamelien in den nicht mehr beheizten Gewächshäusern nicht nur überlebt hatten, sondern sogar prächtig blühten, interessierte man sich wieder verstärkt für sie. Besonders in klimatisch begünstigten Gegenden, wo die Kultur im Freiland möglich ist, wie Südengland, Kalifornien, Australien und Neuseeland, sind in der Zwischenzeit unzählige neue Sorten entstanden.
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Insgesamt, so schätzt man, gibt es rund 20.000 Sorten. Heute streben die Züchter vor allem nach Sorten mit größerer Winterhärte und nach duftenden Sorten. In Deutschland sind Kamelien immer noch etwas Besonderes. Dabei erweisen sich viele Sorten der exotisch aussehenden Kamelien als erstaunlich robust.
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Der richtige Standort und die richtigen Temperaturen sind überlebenswichtig, ebenso wie saurer Boden. Wo sich Rhododendren wohlfühlen, werden auch Kamelien gedeihen. Was man auf jeden Fall verhindern sollte, sind Staunässe und Morgensonne im Winter. Bevor man sich für Kamelien entscheidet, kauft man am besten ein Kamelien-Buch und schaut, wo und wie man im eigenen Garten geeignete Bedingungen für Kamelien schaffen kann oder ob man die Kamelien in Kübeln im kühlen Wintergarten halten möchte.
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Je nach den häuslichen Begebenheiten kann man sich dann nach geeigneten Sorten umschauen. Die besten Bezugsquellen sind die wenigen Kamelienzüchter oder Spezialgärtnereien in Deutschland. Es sind die Kamelien zu bevorzugen, die aus unseren Breiten stammen. Pflanzen, die im Süden Europas gezogen wurden, haben große Zellen und weiches Holz und sind den kalten Wintern bei uns oft nicht gewachsen. Deshalb sind Gelegenheitskäufe in Gartencentern leider oft enttäuschend.
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Die größte Gruppe der Kameliensorten ist die der frühjahrsblühenden Camellia japonica. Sie blühen im Gewächshaus ab Januar und im Garten von März bis Mai. Zu ihnen gehören auch die ‘Higo’, eine Gruppe von Kamelien mit größeren, meist einfachen Blüten und ausdrucksstarken gelben Staubgefäßen. Sie sind allesamt winterhart und besonders pflegeleicht.
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Viele herbstblühende Sorten gehören zu der Art Camellia sasanqua und ihren Hybriden. Diese blühen von September bis Januar und haben kleinere Blüten als die Frühlingsblüher, duften dafür aber intensiver. Auch sie gelten als robust.
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Dann gibt es noch die verschiedenen Wildformen mit deren Hybriden, die mit kleinen Blüten besonders reizvoll wirken und mit besonderen Wuchsformen aufwarten.
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Ich wünsche allen eine beschauliche Vorweihnachtszeit, vielleicht ein Kamelienbuch unter dem Weihnachtsbaum und viel Freude mit den prachtvollen Kamelienblüten.
Trudi
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