Rosen
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Welche Rose für diesen Platz? Fragt der neue Rosengärtner...und bekommt hier eine ganz kurze Orientierungshilfe
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Veilchenblau, Rambler Foto: sonnenschein 
Und bevor jemand die erste Pflanze kauft und in die Erde setzt, sollte
a) der Boden optimal vorbereitet sein, weil Fehler sich später schwer oder gar nicht korrigieren lassen,
b) man sich einen guten Lieferanten gesucht haben und
c) daran denken, der Rose 3 – 5 Jahre Zeit zu gönnen, bevor man sie entfernt, weil sie nicht so wird, wie man sich das vorgestellt hat. Manche, bei denen die Bedingungen optimal sind, entwickeln sich schnell, andere in Sandboden z. B. brauchen länger.
Rosen gibt es so viele, dass jemand, der zum ersten Mal welche pflanzen möchte, schier verzweifeln kann, weil er zusätzlich zu dem nahezu unübersichtlichen Sortiment mit Begriffen konfrontiert wird, die mitunter verschieden gebraucht werden. Das führt dazu, dass eine Rose entweder unterschiedlich eingeordnet werden kann oder unter einem Begriff Rosen gesammelt werden, die nicht zusammengehören. Außerdem werden Fachausdrücke manchmal verwechselt, was nur zu menschlich, aber ärgerlich ist. Dazu kommen in den letzten Jahren neue Begriffe, die aus dem Nichts auftauchen und einfach nur dumm sind, z. B. „alte englische Rosen*“, die es gar nicht gibt, siehe *Glossar.
Für Anfänger ist dieser Beitrag gedacht, für die, denen der Kopf schwirrt, wenn sie in fünf Gärtnereien waren und nun gar nicht mehr wissen, was sie wollen.
Es macht daher Sinn, die Rosen hier nicht in herkömmlicher Weise nach ihrer Abstammung zu gliedern, weil das dem Neugärtner nicht viel hilft und auch gleichgültig sein kann. Natürlich sagt dem Fortgeschrittenen die Abstammung viel über Blüte, Blührhythmus, Blühdauer usw.
Wir setzen voraus, dass dem Pflanzwilligen bekannt ist, dass es sich bei Rosen um Sträucher handelt, um Pflanzen also, die zum Teil verholzen und nicht wie Stauden im Winter scheinbar verschwunden sind, dass sie andrerseits aber keine Stämme bilden, wobei die wieder beliebten Hochstammrosen zwar so aussehen, diese Form aber nur dem gärtnerischen Können verdanken.
Welchen Rosenstrauch wünscht sich also der Rosengärtner?
Grob gesagt gibt es sie in allen Größen, wobei einige von der äußeren Form her so wie andere Sträucher aussehen, andere die Eigenschaft haben, extrem lange Triebe zu bilden.
Damit gäbe es nur zwei Gruppen, die sich in ihrer Verwendbarkeit sehr unterscheiden: Strauchrosen und Kletterrosen.
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 Sympathie |
Beginnen wir mit den Strauchrosen, so muss man sich hier einige grundsätzliche Fragen stellen:
1.Wofür brauche ich den Strauch?
2. Wieviel Platz habe ich zur Verfügung?
3. Welche Wirkung will ich erreichen?
4. Wieviel Zeit kann ich der Pflege widmen?
5. Was erwarte ich von der Rose?
6. Welche Bedingungen bietet mein Garten?
Zu 1.
Rosen können mannshohe Sichtschutzhecken oder kleine Einfassungen, wie mit „Bonica 82“ bilden. Mit ihnen lassen sich Blumengestecke und -sträuße herstellen.
Zu 2.
Je nach Größe der Rose braucht sie wenig oder viel Platz, nicht jede ist für jeden Garten geeignet und lässt sich auf Dauer nicht durch Schnitt erträglich klein halten, wenn sie von Natur aus ein großer Strauch ist.
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 unbekannte Austin Rose |
Zu 3.
Manche Rose eignet sich als Farbtupfer, als Füllgrün, als Dornenhecke oder als Hagebuttenlieferantin.
Zu 4.
Der Aufwand an Pflege ist unterschiedlich und hängt von der Rose ab. Generell brauchen z. B. Teehybriden, die meistens Edelrosen genannt werden, mehr Zuwendung, z. B. durch gezielten, mehrmaligen Schnitt in der Saison und reichlich Futter. Andere sehen nur gut aus, wenn Verblühtes entfernt wird, und manche müssen lediglich nach einiger Zeit ausgedünnt und von altem Holz befreit werden, was für viele alte Rosen gilt.
Zu 5.
Wer von seinen Rosen erwartet, dass sie ohne Pflege und Dünger Sträucher von 2 m Höhe und Durchmesser bilden, von Mai bis Dezember Unmengen großer Blüten hervorbringen, umwerfend duften und jeglichen Schnitt vertragen, der wird enttäuscht werden. Man muss sich schon entscheiden, ob man im Abstand von 6 Wochen große Einzelblüten möchte oder für eine kurze Zeit ein Blütenmeer, und dann die Sorten entsprechend aussuchen.
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 Mary Queen of Scots |
Zu 6.
Die wichtigste Bedingung ist der Standort. Keine Rose wächst auf Dauer auf einem Felsen im Schatten ohne Wasser. Manche Nachteile lassen sich bis zu einem gewissen Grade durch Düngung oder Erdaustausch ausgleichen, aber nicht alle. Wenn der Boden absolut rosenuntauglich ist, bleiben nur Kübel als Standort. Das wird jedoch Thema der nächsten Auslese sein.
Betrachtet man die Kletterrosen, so drängen sich die gleichen Fragen auf.
1. Wofür brauche ich den Kletterer?
2. Wieviel Platz habe ich zur Verfügung?
3. Welche Wirkung will ich erreichen?
4. Wieviel Zeit kann ich der Pflege widmen?
5. Was erwarte ich von der Rose?
6. Welche Bedingungen bietet mein Garten?
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 Chevy Chase |
Zu 1.
Lange Zeit wurden mit Kletterrosen hauptsächlich Wände verschönt, an denen ein Spalier befestigt wurde, das dazu diente, das Haltematerial für die Rosentriebe aufzunehmen. Rosen sind selten dazu bereit, aus eigenem Antrieb zu klettern, sie müssen meistens angebunden werden. In den letzten Jahren hat man jedoch viel mehr Verwendungszwecke für diese Gruppe entdeckt und einen breiten Markt geschaffen. Wieder sind da Rosenbögen und eher neu: Obelisken, sowie Pergolen und Sichtschutzwände. Eine Sonderform der Verwendung finden die sogenannten Rambler, die man gern in Bäume wachsen lässt.
Und nicht vergessen darf man die Rosenlauben, wo man je nach Größe 1 – 6 Rosen pflanzen kann und dann klein bleibende Rambler und Kletterrosen auch kombiniert.
Zu 2.
Kleine Kletterrosen lassen sich in Kübeln halten, große werden bis zu 10 m hoch. Wieviel Fläche eine Pflanze an einer Wand bedeckt, hängt jedoch auch sehr davon ab, wie gut sie mit dem Standort fertig wird, denn sie ist dem Klima mehr ausgeliefert, weshalb sich besonders frostharte Sorten wie „Sympathie“ oder „Rosarium Uetersen“ hier bewährt haben. Von Rosen, die vor allem für Weinbauklima geeignet sind, sollte man in anderen Gegenden nicht zu viel erwarten. Ein Teil lässt sich durch guten Winterschutz ausgleichen, aber eine ganze Wand mit Tannenzweigen abzudecken, könnte den Privatgärtner vor Probleme stellen.
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 Narrow Water 06 im Kübel |
Zu 3.
Sollen Besucher gleich von Rosenduft begrüsst werden, bietet sich am Eingang ein Rosenbogen mit einer duftenden Rose an. Als Blickfang können berankte Obelisken dienen, und die Sichtschutzwand, die mit einer Kletterrose bedeckt wird, tröstet darüber hinweg, dass der Reihenhausgarten des Nachbarn sehr nahe ist. Natürlich ist auch immer noch das Rosenspalier an der Hauswand nicht zu verachten.
Zu 4.
Auch hier gilt das oben Gesagte: gesucht ist der Kontrast vielleicht mit einer Clematis, das Ton-in-Ton-Arrangement, die gefällige Form, der üppige Blütenfall.
Zu 5.
Kletterrosen brauchen, wenn sie öfter blühen sollen, sorgfältige Pflege, die sich dadurch vergrößert, dass manche Exemplare mit Leichtigkeit Flächen von 4 – 10 m² bedecken. Das heißt, dass ich für den Schnitt einer Rose unter Umständen etliche Stunden benötigen kann, wo eine einzelne Teehybride nur 15 Minuten braucht. Außerdem müssen die Triebe angebunden werden. Dazu kommen die üblichen Pflegemaßnahmen wie düngen, ausputzen, in Form schneiden usw.
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 Rosenmorgen ND |
Zu 6.
In den heute neu angelegten Gärten, die aus Kostengründen nur wenig Fläche haben, ist der Platz nach oben unendlich und Kletterrosen bieten die Möglichkeit, das Haus optisch besser in die Umgebung einzubinden. Sie lassen sich auch leichter in Form halten als Bäume.
Ein empfehlenswertes Buch, das nicht teuer ist:
Dietriech Woessner, Das Schneiden der Rosen, Ulmer Taschenbuch 57,
weil es mit zahlreichen Abbildungen nicht nur den Schnitt zeigt, sondern auch Fachbegriffe erklärt.
*Glossar
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 The Pilgrim
 Sympathie am Spalier
 Tuscany im Käfig
 Rosa Paul HM
eine Erklärung von Annette
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alte Rosen, eigentlich „historische Rosen“
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Alle Rosen, die vor 1864 gezüchtet wurden, in diesem Jahr kam die erste Teehybride "La France" auf den Markt, und ihre direkten Abkömmlinge,
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alte englische Rosen- kein Fachausdruck!
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Gemeint sind hauptsächlich Rosen aus England, die in den letzten Jahrzehnten vorwiegend von David Austin gezüchtet wurden. Sie erinnern vor allem in Duft, Blüten- und Strauchform an alte Rosen, blühen aber meistens öfter, neu sind auch die Duftrichtungen und Farben "Graham Thomas"
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Edelrose
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Die gängige Bezeichnung für Teehybriden, sie zeichnen sich durch große Einzelblüten aus, was sich durch das Ausbrechen der Seitenknospen noch unterstützen lässt, eine berühmte alte Sorte ( keine alte Rose!) ist ""Gloria Dei"
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Kletterrosen
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Sind eine Gruppe von Rosen, die besonders hoch werden, Es gibt sie als natürliche Form ( siehe Rambler ), aber wichtiger für den Garten sind die Zuchtformen des vorigen Jahrhunderts, weil hier die begehrte "Edelrosenblüte" geboten wurde, an einem überdimensionalen Busch, der auch noch öfter blühte.Sie brauchen in eine stabile Rankhilfe, an der sie festgebunden werden müssen. Verzichtet man darauf, so wachsen einige wie "Compassion" als kleiner steiftriebiger Busch, andere wie "New Dawn" würden flach auf dem Boden liegen.
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Obelisk
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Ein schmales hohes Gestell aus Holz oder Metall - wobei die Form beliebig ist - um das die Rose spiralförmig herumgezogen wird oder das so über die Rose gestülpt wird, dass die Pflanze gezwungen ist, ihre Triebe zunächst in die Höhe zu recken. Man kann sie auch benutzen, um zu verhindern, dass kleine Sträucher auseinanderfallen.
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Parkrosen
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Geeignet für größere Gartenanlagen, der Platzbedarf beträgt bis zu 10 Quadratmeter...
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Pergola
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Konstruktion, die in einfachster Form aus Pfosten und sie verbindenden Balken besteht. Häufig haben die Balken noch zusätzliche Reiter, manchmal verlaufen zwei Pergolen parallel. Meistens werden die Rosen an den Pfosten nach oben geleitet und liegen auf den Balken auf. Der Bereich zwischen den Pfosten kann durch Elemente oder auch Drähte geschlossen werden, so dass sich hier auch Rosen anbinden lassen. Ein beliebte Kombination sind Rosen mit Clematis.
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Rambler
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Naturnahe, neuerdings beliebte Form der Kletterrosen, die einige gemeinsame Merkmale haben:
- dünne weiche Triebe- kleine Blüten in Büscheln - helle Blütenfarben- einmal blühend - bis zu 10 m hoch werdend - züchterisch gewonnene Sorten blühen öfter und werden nicht so hoch - mit Glück schieben sie ihre Triebe endlich in das Geäst eines Baumes
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Rosenbogen
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Ein Gerüst aus Holz oder Metall, selten aus Stein, das wenigstens 1,20 m breit und 2,50 m hoch sein sollte, damit man bequem durchgehen kann, wenn es bewachsen ist.
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Sichtschutzzaun
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Eine Vorrichtung, die verhindert, dass ungebetene Besucher einen Blick in den Garten werfen können, braucht nicht viel Platz und kann aus den unterschiedlichsten Materialien konstruiert und mit Kletterrosen zusätzlich bestückt werden. Heute gern aus Flechtzäunen gebaut.
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Strauchrose
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Kann als Bezeichnung für Rosen unterschiedlichster Größe benutzt werden, man kann z. B. unterscheiden:
a) Zwergrosen
b) Kleinsträucher oder Bodendecker
c) Beetrosen
d) Parkrosen
Dazwischen sind alle Varianten möglich, und die als Strauch angebotene "The Pilgrim" wird häufig als Kletterrose gezogen und erreicht mühelos 3 m Höhe.
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Unterlage
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Ist das Stück der Rose, in das ein Edelreis eingesetzt wurde, um eine veredelte Rose zu erhalten, meistens eine Wildrose wie Laxa oder Multiflora. Die Wahl der Unterlage hat Auswirkungen auf die Pflanze, auf Multiflora veredelte haben meistens viele Blüten, deren Farbe aber vielleicht nicht so kräftig ist.
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Veredelung
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Die Stelle am Wurzelhals, wo das Edelreis eingesetzt wurde, sollte bei der Pflanzung in jedem Fall 3 cm unter der Erdoberfläche liegen.
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Wildrosen
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Große Rosensträucher, die so in der Natur vorkommen und nicht züchterisch überarbeitet wurden, unter Umständen trotzdem gartentauglich sind wie "Rosa Glauca" wegen der Laubfarbe.
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