| |
|
|
|
|
Die blaue Zierde im Kübelgarten: Agapanthus
|
|
Als vor wenigen Wochen die Frage bei uns im Forum auftauchte, ob man die Agapanthus-Kübel schon rausstellen kann, kam auch sofort die Idee zu einem Ausleseartikel. Leider nicht mir und so saß ich da mit meinem Glück. Agapanthus hat doch jeder! Was soll ich dazu schreiben?
Also blätterte ich erst einmal in meinem Kübelpflanzenbuch und siehe da, es gibt doch noch offene Fragen zu dieser hübschen Pflanze. Zum Beispiel: Woher stammt der Name Agapanthus? Aus dem Griechischen agape = Liebe und anthos = Blüte. Daher auch der weniger verbreitete Name „Liebesblume“. Gebräuchlicher ist da schon eher der Name „afrikanische Schmucklilie“, der schon einige Aufschlüsse gibt: Agapanthus zählt zu den Liliengewächsen, genauer Amaryllisgewächsen, und ist in Südafrika beheimatet. Als Straßengrün findet man sie auch auf Madeira.
Meist bei uns im Handel erhältlich ist die Sorte Agapanthus praecox mit breiten Blättern und ca. 1 m hohen Blütenschäften. Vermutlich sind es diese Blütendolden, die diese Pflanze so beliebt machen. Von strahlend Weiß über alle Blautöne bis hin zu Tiefblau thronen die üppigen Blütendolden über dem satten Grün. A. praecox ist immergrün und sollte daher zwar frostfrei, aber nicht dunkel überwintert werden.
|
|
 |  |
|
|
|
 |  |
|
|
|
|
Agapanthus africanus wurde schon im 17. Jahrhundert aus Südafrika nach Europa gebracht. Ihre Blütenschäfte sind etwas kürzer, ca. 40 bis 65 cm hoch.
Agapanthus campanulatus ist im Gegensatz zu den vorgenannten nicht immergrün.
Alle Agapanthus-Arten – und es gibt noch mehr als hier aufgezählt, auch winterharte! – sind Sonnenanbeter. Mik hat ihn seit ca. 2005 ausgepflanzt im Garten und selbst den letzten Winter hat er ohne besonderen Winterschutz schadlos im Sandboden überlebt.
|
|
 |  |
|
|
|
|
Bei vollsonnigem Standort bilden sie im Sommer die halbkugelige Dolden. Meist sind das auch die häufigsten Nachfragen: Warum blüht mein Agapanthus nicht? Hartnäckig hält sich da der Tipp, dass man die Pflanzen möglichst selten umtopfen sollte und sie einen engen Topf brauchen. Ich halte das eher für ein Märchen. Tatsache ist, dass die Pflanzen erst nach 4 – 5 Jahren blühfähig sind. Da auch ausgepflanzte Exemplare üppig blühen, kann das mit dem engen Topf nicht wirklich stimmen. Wichtig für eine reiche Blüte im Sommer ist auch die richtige Überwinterung. Egal, ob immergrün oder nicht, Agapanthus sollte ähnlich wie z. B. Oleander erst spät im Herbst eingeräumt werden. Temperaturen nahe 0 °C schaden nicht. Überwintert werden sollte zwischen 5 bis 10 °C, keinesfalls aber wärmer als 15 °C. Diese kalte Phase regt später die Blütenbildung an.
|
|
 |  |
|
Wintergrün: Agapanthus 'Tinkerbell'
|
|
|
Nach dem Ausräumen im März/April, während der Wachstumsphase bis zur Blüte regelmäßig gießen und düngen, Agapanthus verhält sich auch da ähnlich wie Oleander. Die Blüten eignen sich auch als Schnittblume. Nach der Blüte dann weniger gießen, die immergrünen Sorten im Winter gerade so viel weitergießen, dass sie nicht völlig austrocknen.
Bislang konnte ich an meinen Agapanthus-Pflanzen noch keine Schädlinge feststellen. Eine robuste, pflegeleichte und wunderschöne Kübelpflanze! Selbst die Samenstände sehen hübsch aus:
|  |
 |
Bei der Aussaat ist allerdings zu bedenken, dass die Pflanzen erst nach langer Wartezeit blühfähig sind, s. o. Von daher bietet sich die Vermehrung durch Teilung der Rhizome an, am besten direkt im Frühjahr.
Auf der Blumeninsel Mainau
|
Die Antwort auf die spannendste Frage bleibe ich aber schuldig: Wie lautet die Mehrzahl von Agapanthus?
Biggi
|
|
| |
|
|
|