Ein Garten in Norddeutschland
Ein Garten in Norddeutschland
Die Blümchen-Auslese
Ausgabe Nr.27 erstellt am 15.06.2010
Das Rosennetzwerk
Das Rosennetzwerk

Sämlinge – was wollen sie werden?

 
Vor vielen Jahren, noch bevor mich das Gartenfieber erfasste, musste ich meiner Mutter beim Jäten im Erdbeerbeet helfen. Und das Beet war groß! Der Grund dafür, dass ich als Kind ausschließlich dort eingesetzt wurde war einfach: ich konnte Unkraut nicht von erwünschten Pflanzen unterscheiden und das blieb auch noch einige Jahre so. Erdbeerpflanzen jedoch, brav in Reihe gesetzt, waren unverwechselbar.
Jahre später begann ich mit der Bepflanzung und Instandhaltung eigener Beete – zuerst mit ganz einfachen Pflanzen wie Ringelblume, Kapuzinerkresse und ein paar Küchenkräutern. Alles andere wurde ausgezupft. Die Strafe dafür war, dass in meinem Beet außer den genannten Pflanzen und in Reihe gesäten Radieschen, Salaten und ähnlichem, nichts weiter wuchs.
 
 
Die Vergissmeinnicht, die sich im restlichen Garten hemmungslos ausbreiteten, mieden meine Beete. Nicht, dass sie sich nicht dorthin versamten, nein, sie wurden von unkundiger Hand als Babies gemeuchelt. Und noch immer habe ich manchmal Schwierigkeiten, sie zu erkennen.
Erst mit den Jahren und vielen teuren eigenen Aussaaten erkannte ich kostenlose Sämlinge im eigenen Beet, die dann an die gewünschte Stelle umgesetzt wurden, manchmal auch erst, nachdem sie noch eine Weile in Töpfen oder Schalen gepäppelt wurden, wie ich es mit den Helleborus-Sämlingen immer mache, wenn sie im zu trockenen Beet oder auf den Wegen im Gemüsegarten auflaufen.
  
In den letzten Jahren konnte ich häufig im Spätsommer und Herbst die Beete nicht mehr anständig abräumen und so versamte sich auch einiges, was sonst nie zur Blüte gekommen wäre, wie Radieschen, Mangold und Rucola. Und zumindest bei den Radieschen stelle ich immer wieder fest, dass die wilden Sämlinge viel besser gelingen als die Saatreihen.
  
Leider sind in manchen Bereichen dann doch die Unkrautsämlinge überwiegend, beispielsweise regelmäßig unter dem Platz, an dem die Winterfütterung der Vögel stattfindet. Dort kommt sehr viel Getreide hoch, allerdings auch die eine oder andere Sonnenblume. Für letztere erhielt ich einmal den Ratschlag, sie bereits im Spätwinter zu säen und wenn ich mir anschaue, wie gut die im Herbst ausgefallenen Sonnenblumenkerne wachsen, dann halte ich das für einen guten Rat, allerdings habe ich zu diesem Zeitpunkt nur selten meine Beete so weit, dass ich Sonnenblumen pflanzen könnte.

Und natürlich gibt es da auch noch die Sämlinge von Zierpflanzen, lange Zeit von mir wenig beachtet, weil ich mich mehr auf Gemüse und Kräuter konzentriert habe. Und noch immer habe ich sehr wenige Zierpflanzen, die sich bei mir im Garten versamen, aber vielleicht erkenne ich sie auch nur noch immer nicht.
 
Aus diesem Grund sind viele der Bilder, insbesondere der von Zierpflanzen, nicht von mir sondern von anderen Blümchen, bei deren Mithilfe ich mich hiermit herzlich bedanke.

Karin