Ein Garten in Norddeutschland
Ein Garten in Norddeutschland
Die Blümchen-Auslese
Ausgabe Nr.27 erstellt am 15.06.2010
Das Rosennetzwerk
Das Rosennetzwerk

Hintergründiges von Günther

Eigentlich wollte ich über ein ganz anderes Thema schreiben...

Aber dann bin ich - in einer Regenpause - durch den Garten gegangen und hab mir die Blumen angeschaut. Nicht nur angeschaut.

Und dann ist mir eine immer wieder gestellte Frage eingefallen: "Welche Kamera soll ich kaufen?" oder "Welche Kamera kann man empfehlen?".

Die guten Leute sehen irgendwo, im Internet, in Zeitschriften, usw., wunderschöne Bilder, von Blumen, Tieren, Landschaften, Architektur, und drunter oft einen bekannten Markennamen, und meinen dann,  wenn ich so eine Kamera kaufe, mach' ich automatisch Meisterbilder .

Die guten Leute sehen natürlich nicht, aus welcher Unmenge von Aufnahmen diese Beispiele ausgesucht wurden, und sind dann meist enttäuscht, wenn ich KEINE Empfehlung abgebe.

DIE eierlegende-Wollmilchsaukamera gibt es nicht. Die aktuellste Kamera ist morgen überholt. Noch wichtiger: Die Bilder macht nicht die Kamera, die Bilder macht der Kopf hinter der Kamera, das Gerät ist nur eine Krücke dazu.

Grob gesagt gibt es drei Arten von Kameras:
  1. Kompaktkameras, klein, handlich, und je nach Modell durchaus auch zu sehr guten Aufnahmen befähigt. Extrembereiche in Nahaufnahmen, Tele- oder Weitwinkel sind meist nicht erreichbar, extreme Vergrößerungen kaum möglich.
  2. Große Modelle, meist sogenannte "Bridge-Kameras". Sie erinnern in der Größe und im Aussehen an Spiegelreflexkameras, haben aber ein fest eingebautes Objektiv mit oft sehr großem (bis zu 30-fach) Zoombereich. Nahaufnahmen sind bisweilen bis auf 1cm Entfernung möglich. Aber: Der Sensor ist nicht größer als bei Kompaktkameras.
  3. Kameras mit Wechseloptik, primär Spiegelreflex, aber auch die neuen EVIL-Kameras ohne Spiegel. Diese Geräte haben einen größeren Sensor und die Möglichkeit, durch die auswechselbare Optik faktisch jeden gewünschten Bereich abzudecken. Das muß allerdings bezahlt werden, und macht die Ausrüstung unterwegs recht voluminös und gewichtig. Eine gute Optik kostet meist mehr als das Kameragehäuse, und wenn man mit mehreren Optiken unterwegs ist, dann schleppt man schon ein paar Kilo herum.


Was ist an der Sensorgröße so wichtig?
Die berühmten Megapixel sind es nicht. Die sind fürs Marketing interessant. Zum Vergleich: Ein guter Monitor oder ein HDTV-Empfänger liegt vergleichsweise um 2 Megapixel....
Aber: Kleinere Sensoren sind im Bereich höherer Empfindlichkeit von Nachteil, sie "rauschen" mehr als große Sensoren. Bei wenig Licht ist das selbst für Laien merkbar.

Worauf kommt es nun wirklich an?

Die Kamera wird von DIR bedient, sie muß DIR gut in der Hand liegen, und sie soll soll DEINE wesentlichen Wünsche abdecken, nicht zum Protzen dienen ("Ich hab AUCH eine XXXX...").

Das führt dazu, daß eigentlich eine Kamera meist zu wenig ist, so dumm das klingen mag. Eine gute, nicht zu teure Kompakte deckt schon die meisten Wünsche befriedigend ab, und wenn man damit Erfahrungen gesammelt hat, dann weiß man - hoffentlich - worauf man bei einer großen Kamera achten sollte. Eine teure Luxuskamera, die man entweder nicht mitnimmt oder mit der man bestenfalls Tante Emma am Strand in Mallorca aufnimmt, ist rausgeschmissenes Geld.
Ein guter Fotograf macht mit einer mittelguten Kamera bessere Aufnahmen als ein wenig Begabter mit einer "Profi"kamera.

Sprich: Die beste Kamera ist die, die dabei ist.

Günther